Fotodownloads und DPI Angaben - nur 72 dpi?

DPI ist nur eine Verhältnisangabe beim tatsächlichen Druck von Bildern.

Wir geben die Bilder in einer fixen Anzahl von Pixeln raus bspw. 3000px x 4000px.

Hat das Bild nicht mehr Pixel, können wir keine hinzufügen.

Die DPI zu erhöhen ändert nichts an den Pixeln :)

Eine genaue Beschreibung findet man z.B. unter

http://digicam-experts.de/wissen/19

(es folgt die Textversion des Links --> Text von Homepage kopiert, Copyright liegt bei http://digicam-experts.de/wissen/19)

Die EXIF-Daten eines Digitalbilds enthalten Angaben zur Auflösung in horizontaler und vertikaler Richtung, und mancher hat sich schon darüber gewundert, dass viele Digitalkameras hier einen recht kleinen Wert von 72 dpi eintragen. Ist 72 dpi nicht ein typischer Wert für die Bildschirmauflösung und müsste ein für den Druck oder für Abzüge geeignetes Bild nicht eine viel höhere Auflösung wie beispielsweise 300 dpi haben?

Zunächst einmal verwendet der EXIF-Standard mit „dpi“ die falsche Einheit, denn angegeben wird hier die Zahl der Pixel pro Zoll, also „ppi“ („pixel per inch“). Dies ist nichts weiter als ein Maßstab, der angibt, wie groß ein Pixel ist: „72 ppi“ bedeutet, dass 72 Pixel auf einen Zoll gehen, ein Pixel also 1/72 Zoll breit beziehungsweise hoch sein soll. Über die Fähigkeit, feine Details im Bild wiederzugeben, oder über die Eignung des Bildes für einen bestimmten Verwendungszweck ist damit nichts gesagt; dafür ist allein ausschlaggebend, wieviele Pixel das Bild in der Breite und Höhe misst. Ein 72-ppi-Bild ist weder besser noch schlechter als eines mit 300 ppi, sofern beide dieselbe Zahl von Pixeln enthalten.

Der EXIF-Standard wird nicht nur für die Bilder von Digitalkameras, sondern auch für Scans benutzt, und nur bei Verwendung eines Scanners ergibt die Auflösungsangabe in den EXIF-Daten überhaupt einen Sinn. Wenn ein Scanner die Vorlage mit 600 ppi abtastet, dann wird ein Bilddetail, das 1,0 Zoll groß ist, im vom Scanner erzeugten Digitalbild 600 Pixel messen. Anhand der in Pixel pro Zoll angegebenen Auflösung kann man also die Größe einer gescannten Vorlage berechnen. Für die Fotos einer Digitalkamera lässt sich der Auflösungswert nicht angeben, denn dazu müsste man wissen, wie weit ein abgebildeter Gegenstand von der Kamera entfernt war. Selbst wenn die vom Autofokus gemessene Entfernung in den EXIF-Daten gespeichert würde, was die meisten Kameras leider nicht tun, wird ein Bild fast immer mehrere Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung zeigen; es gäbe also keine Auflösungsangabe, die für das gesamte Bild gelten würde. Für solche Fälle sieht der EXIF-Standard vor, dass ein Default-Wert eingetragen wird – eben 72 ppi. Manche Digitalkameras tragen dennoch andere Werte wie 144 oder 300 ppi ein, aber das hat keinerlei Bedeutung; an der Bildqualität ändert es nichts.

JPEG-Dateien enthalten neben der Auflösungsangabe in den eingebetteten EXIF-Daten noch einen eigenen, davon unabhängigen Auflösungswert, der allerdings durchweg mit der EXIF-Auflösung identisch ist. Der Auflösungswert des JPEG-Bildes bezieht sich nicht auf die Vorlage, also das wiedergegebene Motiv, sondern auf die Ausgabe: Er gibt an, wie groß ein Pixel gedruckt oder ausbelichtet werden soll, und ist damit ein Maßstab statt einer echten Auflösungsangabe. Es liegt auf der Hand, dass auch dieser Wert keinen Einfluss auf die Bildqualität haben kann. Oft wird er auch ignoriert; Webbrowser beispielsweise stellen normalerweise jedes Bildpixel durch ein Bildschirmpixel dar, und wenn das Display eine Auflösung von 96 ppi hat, wird auch das Bild mit 96 ppi angezeigt. Bildbearbeitungsprogramme werten die Angabe aber häufig aus und stellen das Bild nach dem Öffnen in diesem Maßstab dar; ein 300-ppi-Bild wird also auf einem 96-ppi-Bildschirm zunächst verkleinert angezeigt. Weitergehende Auswirkungen hat auch das nicht, denn die Darstellung lässt sich ja vergrößern, und wenn man einen anderen Maßstab für die Ausgabe wünscht, kann man den vorgegebenen ppi-Wert durch jeden anderen ersetzen, ohne dazu die Bilddaten umzurechnen.

Das Beispiel der Bildschirmdarstellung macht auch deutlich, dass es sich beim ppi-Wert um einen Maßstab handelt und nicht in jedem Fall um die tatsächliche Auflösung. Wenn man ein typisches 7-Megapixel-Bild mit 3072 mal 2304 Pixeln auf einem Display mit 1024 mal 768 Pixeln und einer Auflösung von 96 ppi formatfüllend darstellen will, so muss man es dazu auf ein Drittel verkleinern. Auf dem Bildschirm messen dann 3 x 96 Bildpixel ein Zoll, sodass der Maßstab 288 Pixel pro Zoll beträgt. Die Auflösung liegt aber weiterhin bei 96 ppi, der Auflösung des Displays. Ähnliches gilt für den Druck und die Ausbelichtung auf Fotopapier: Wenn man bei einem Bilderdienst einen Abzug im Format 10 x 15 Zentimeter bestellt, so muss der Maßstab mehr als 500 ppi betragen, damit das 7-Megapixel-Bild auf das vorgegebene Papierformat passt. Der Belichter des Bilderdienstes wird aber mit 300 oder allenfalls 400 ppi arbeiten und so kann auch die tatsächliche Auflösung nicht höher als dieser Wert sein – man müsste schon einen Abzug im A4-Format ordern, um alle Bildpixel auch auf dem Fotopapier wiederzufinden.

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